Sport wirkt als Schmerzmittel

Andauernd klagen wir über Schmerzen. Viele verfallen dann in eine Schonhaltung und versuchen sich, so wenig wie möglich zu bewegen und die Genesung ausschließlich durch Entspannung zu erzielen.Prof. Dr. Daniel Kaptain sagt, was wirklich hilft!

Chronischer Schmerz ist häufig eine Überreaktion oder Fehlinterpretation und muss nicht mit einer Verletzung in der entsprechenden Körperregion zusammenhängen.

Schmerz als Warnung

Schmerz ist als ein Signal des Körper zu verstehen, welches ausgelöst wird, wenn die aktuelle Belastung und oder Beanspruchung vom Organismus oder betroffenen Gewebe nicht oder nicht ausreichend toleriert werden kann. Das Nervensystem „warnt“ entsprechend vor einer Weiterführung der Belastung.
Hierbei ist jedoch elementar zwischen akutem und chronischem Schmerz zu differenzieren. Erstgenannter kann die o.g. Gründe haben, ein chronischer Schmerz wird hingegen als Überreaktion bzw. Fehlinterpretation des zentralen Nervensystems verstanden, hierbei muss keine Verletzung oder Überlastung in den entsprechenden Körperregionen vorliegen.

“Abnutzungen” werden teilweise vom Körper „toleriert“ und lösen meist sogar gar keine Schmerzen aus.

Nicht jeder Verschleiß löst Schmerz aus

Eine Studie aus Japan hat aufgezeigt, dass es keinen kausalen Zusammenhang zwischen Schmerzen und dem Zustand des Gelenkes, an diesem Beispiel der Bandscheibenstruktur, geben kann.
Hier wurden 20-, 50- und 80-jährige schmerzfreie Personen im MRT untersucht. Die Ergebnisse sind sehr interessant und aufschlussreich: 30% der Zwanzigjährigen, 60% der Fünfzigjährigen und 84 % der Achtzigjährigen hatten eine diagnostizierte Bandscheibenvorwölbung.
Dies zeigt, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Schmerz und Gelenkverschleiß gibt bzw. geben muss.

Altersbedingte Abnutzungen sind für den Körper normal und werden ohne Schmerz wahrgenommen.

Welche Konsequenz ergibt sich hieraus?

Zum einen, dass Abnutzungen zum Alterungsprozess dazu gehören bzw. ein normales Alterungsphänomen ist. Des Weiteren, dass diese Abnutzung vom Körper bzw. Nervensystem „toleriert“ wird.
Wenn wir Abnutzungen nicht wahrnehmen, ist es durchaus nachvollziehbar, dass viele trotz Abnutzung Belastungen erfahren, ja diese sogar vom Nervensystem als nicht gefährdend wahrnehmen.

Aktivität hat eine ähnlich schmerzlindernde Wirkung wie Schmerzmittel.

Aktivität mit schmerzlindernde Wirkung

Schmerzen dienen als Warnhinweis, dass eben schmerzauslösende Belastungen zu einer latenten Verletzung führen können. Hiervor warnt das Nervensystem. Schmerzen und nervale Reizungen führen aber auch zu einer Deregulation der muskulären Ansteuerung, so dass der Kraftausstoß reduziert wird, um Überlastungen zu vermeiden.
Sport und Training kann dazu führen, dass diese Bewegung und Intensität ein „körpereigenes“ Schmerzmittel produziert, so wurde gemessen, dass Aktivität ähnliche schmerzlindernde Wirkung wie Schmerzmittel hat.

Trainingsempfehlungen
  • Bewegung und Bewegungsradius im schmerzfreien Bereich
  • Erhalt und Aufbau von Kraft und Gelenkstabilität durch Krafttraining im schmerzfreien Belastungsbereich (so viel Gewicht wie schmerzfrei möglich)
  • Hoher Wiederholungsbereich (zur Stoffwechselaktivierung der Gelenkstrukturen) und belastungsinduzierte Intensität (Kraftaufbau zur Stabilisierung der Gelenkstrukturen)

Generell gibt es keine langfristige (chronische) Phase, in der Bewegung und Aktivität dem Körper schadet.
Einzig und allein die richtige Dosierung, nämlich in schmerzfreier Ausführung, ist entscheidend.
Ganz nach dem Motto: “You can´t get wrong if you stay or get strong“!

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