Aus der Schmerzspirale mit Personal Training

``Gesegnet seien die Bande, die uns binden: Die Faszie als Bindeglied der Zellen“ (Myers, 2015, Seite 13).Nicht selten werden die Trainer bei PRIME TIME fitness auf Nacken- und Rückenbeschwerden angesprochen und bitten um Tipps, um aus dieser Schmerzspirale zu entkommen. Dass die Ursache des Schmerz' oft gar nicht an der schmerzenden Körperpartie zu finden ist, vermuten die Wenigsten.Dieser Text wurde mit unserer Trainerin Christine Liebetrau verfasst.

Oft wird der lange Kopf der Bizepssehne oder der „m. supraspinatus“ eingeklemmt und überreizt, was Schulterschmerz verursacht.

Ich habe Schmerzen im Schulter-/ Nackenbereich

Viele unserer PRIME TIMER klagen über Schulterschmerzen im Alltag, z.B. beim Jacke anziehen, oder beim Tasse aus dem Oberschrank holen. Oftmals ist hierfür ein „Impingement“ der Grund – dies sind Einklemmungserscheinungen, die durch eine „innenrotierte“ Haltung, die meist durch die sogenannte „Schreibtischtäter“-Haltung verursacht werden.
Durch den engen Raum im Schulterdach wird meist der lange Kopf der Bizepssehne oder der „m. supraspinatus“ eingeklemmt und überreizt, dies verursacht auf lange Sicht den stechenden Schmerz in der Schulter.

Faszien

Was haben Narben damit zu tun?

Eine weitere Ursache für Schmerz, die oft nicht bedacht wird, kann vor allem auch das häufige Sitzen in der Flexion der Bauchmuskulatur, also das Sitzen mit „vorgebeugter“ Haltung und rundem Rücken sein. Was diese Problematik aber meist noch begünstigt, sind Narben im Bauchraum, die z.B.  durch eine Blinddarmoperation oder durch einen Kaiserschnitt verursacht wurden.
Auf der Abbildung ist die „Functional Frontline“ – eine Myofasziale Leitbahn – zu erkennen. Dort wird sehr gut dargestellt, wie die einzelnen Körperpartien miteinander zusammenhängen. Sobald ein „Störfeld“ im Bauchraum vorhanden ist, kann das Zug bis auf die Strukturen im Brustmuskelbereich ausüben und die Schulter mit nach vorne ziehen.

Ist der kleine Brustmuskel dauerhaft nach innen rotiert, passt sich das Bindegewebe stetig den Umständen an.

Wodurch können Beschwerden wie ein „Impingement“ oder Nackenschmerzen kommen?

Das hängt meist mit der Haltung im Alltag und der Brustmuskulatur zusammen.
Ist der „m. pectoralis minor“ – also der kleine Brustmuskel durch eine innenrotierte Haltung auf Spannung, passt sich das Bindegewebe von Zeit zu Zeit den Umständen an, um den Körper zu „ökonomisieren“, d.h. das Bindegewebe macht es dem Körper ohne großen Energieaufwand einfacher in dieser Position zu bleiben. Durch diese Haltung ist die Muskulatur, die die Schulter nach außen rotiert dauerhaft exzentrisch geladen, d.h. sie probiert gegen den Zug nach vorne zu Arbeiten.
Diese Problematik ist also nicht nur für Betroffene von dem „Impingement-Syndrom“ relevant, sondern auch für Menschen, die häufig zu Nackenverspannungen neigen.

Im Personal Training wird vor dem Training an sich mit einem Tool das Gewebe ausgestrichen, um den Bewegungsumfang durch Schmerzreduktion zu erhöhen.

Gezieltes Lösen des Bindegewebes hilft - Personal Training

Für diejenigen, deren Schmerzzustand akut ist, bietet sich das Personal Training bei einem geschulten Trainer an, der das Bindegewebe mithilfe einer Instrumentengestützen Mobilisation behandelt. Mit dem Tool wird das Gewebe ausgestrichen, die Durchblutung gefördert und der Bewegungsumfang durch die Schmerzreduktion erhöht.
Wenn man sich die Wirkungsweise bildhaft vorstellen möchte, kann man an eine Autobahn mit zwei Spuren denken: Eine ist die Autobahn für die Mechanorezeptoren, die auf Druck, Verschiebung oder Reibung der Haut reagieren und die andere Spur ist für den Schmerzreiz gedacht. Auf der Autobahn liegt das Tempolimit für den Schmerzreiz bei 80 km/h und bei zweiten Spur gibt es keines. Das bedeutet, der Schmerzreiz braucht deutlich länger um an sein Ziel – dem Gehirn- zu gelangen als die Mechanorezeptoren. Diese überlagern also dann Rezeptoren, an die Schmerzreize weitergeleitet werden und sorgen so in einem Zeitfenster von ca. 15 – 30 Minuten für ein vermindertes Schmerzempfinden. Die Körperpartie kann also freier bewegt werden, was die Durchblutung und somit die Regeneration fördert und dem Körper zeigt, in welchem Umfang er sich eigentlich bewegen müsste.
Das Gewebe im Armbereich wird mit dem Tool bis zum Nackenbereich ausgestrichen. Danach wird mit dem verbesserten Bewegungsradius Trainiert und die Strukturen können  sich von Training zu Training wieder zum „Normalzustand“ anpassen.
Der Trainingsplan wird durch spezifische Übungen für die Problematik erweitert, um die Muskeln, die für die Außenrotation zuständig sind zu stärken.

Beispiele für hilfreiche Übungen

  • Latzug mit Untergriff
  • Rudern an den Ringen oder am TRX mit Untergriff
  • Face Pulls am Seilzug
  • Außenrotation am Seilzug

Und natürlich Mobilisationsübungen die eine Öffnung des Brustkorbes begünstigen. Eine Verbesserung des Zustandes ist nach 4-6 Wochen zu erwarten, kommt natürlich auf die individuellen Gegebenheiten an. 

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